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Fachhochschulen: Mit angewandter Forschung nach vorne

Jahrzehntelang standen Fachhochschulen nur für Praxis und Universitäten nur für Wissenschaft. Durch den Bologna-Prozess hat sich viel verändert – die Unterschiede sind differenzierter und feiner geworden.

Natürlich kann grob die Einteilung vorgenommen werden, dass der Praxisbezug an der Fachhochschule (FH) immer noch größer ist als an der Universität. Dies spiegelt sich bei Fachhochschulen etwa in dem hohen Anteil an Lehrenden aus der Wirtschaft wider. Aber durch die Einführung der Bachelor- und Master-Studiengänge hat sich die Stellung von FH-Absolventen stark gewandelt.

Die Entwicklung der Fachhochschulen in Deutschland

Zwischen 1969 und 1972 wurde mit der Errichtung der Fachhochschulen durch die einzelnen Bundesländer begonnen. Im Wintersemester 2011/2012 gab es in Deutschland 210 Fachhochschulen, an denen rund 750.000 Studenten ihrem Studium nachgingen. Im Vergleich zum Vorjahr wuchs die Studentenzahl etwa um zehn Prozent. Charakteristisch für Fachhochschulen ist neben der eher praxisorientierten Lehre auch die angewandte Forschung, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird.  

Der Bologna-Prozess

Durch den Bologna-Prozess fand ein großer Einschnitt in die Institution Fachhochschule statt. Die Bachelor- und Master-Abschlüsse, die an FHs erworben werden, sind nun mit denen von Unis gleichgestellt. Dies betrifft in erster Linie die Möglichkeiten des Weiterstudiums. Mit einem Bachelor von der FH ist das Master-Studium an der Uni grundsätzlich möglich. Genauso auch umgekehrt. Die Zulassungsvoraussetzungen müssen allerdings erfüllt werden. Inhalte und Scheine können, falls nötig, meist nachgeholt werden.

Die Entscheidung der Kultusminister, dass die Abschlüsse beider Institutionen formell gleichwertig sind, lässt vermuten, dass ein Annäherungsprozess zwischen FH und Uni stattfindet. Ebenfalls dafür spricht die Regelung beim Thema Promotion. Da Master-Abschlüsse von einer FH mittlerweile mit universitären Master-Abschlüssen gleichgestellt sind, ist auch mit einem Master-Abschluss einer FH die Promotion möglich. Trotzdem liegt die Zuweisung des Promotionsrechtes bei den Universitäten. An vielen Fachhochschulen kooperieren deshalb Professoren mit Kollegen an Universitäten. Durch solche kooperative Promotionsverfahren ist die Möglichkeit zum Doktortitel für FH-Absolventen wesentlich vereinfacht worden.

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Die Vorzüge eines Studiums an der FH

Der Hauptunterschied zwischen einem Studium an der FH und der Uni sind immer noch die Größenverhältnisse. Gemeint sind sowohl die Gesamtgröße, die Anzahl der angebotenen Studienfächer als auch die Anzahl der Studenten insgesamt. Alles ist eine Nummer kleiner. Die Lehre findet an Fachhochschulen häufiger in Form von Seminaren statt und die Kursgruppen sind meist kleiner als an Universitäten. So kommen im Durchschnitt 14,9 Studenten auf eine Lehrperson an Fachhochschulen in Bayern. 

Im Vergleich: an bayrischen Unis kommen 24,1 Studenten auf einen Lehrenden. In naturwissenschaftlichen Fachrichtungen oder im Ingenieurwesen kommt den Studenten die anwendungsorientierte Lehre für den Einstieg ins Berufsleben zu Gute. Wer in die Forschung möchte, ist zwar nach wie vor besser an einer Universität aufgehoben, für einen direkten Berufseinstieg ist der Abschluss von einer FH aber nicht von Nachteil. Ganz im Gegenteil viele Unternehmen schätzen die praxisnähere Ausbildung.

Zumal die einmal getroffene Entscheidung für ein Studium an einer Fachhochschule ja nicht bedeutet, dass ein Master-Studiengang an einer Uni nicht möglich ist.

Datum: 08/12
Autorin: Ruth Weber