Bildungsfonds: Gute Noten, gutes Geld
Bildungsfonds unterscheiden sich von Studienkrediten durch eine Vorauswahl der Studierenden: Nur wer gute Noten hat oder das Richtige studiert, wird auch gefördert. Wir stellen Ihnen stellvertretend vier Bildungsfonds vor.
Deutsche Bildung
Ein innovatives Konzept bietet die Deutsche Bildung. In Form geschlossener Fonds werden Förderungsgelder am Kapitalmarkt gesammelt – bei Privatkunden und Anlegern. Motivierten Studenten bietet der Bildungsfonds der Deutschen Bildung neben einer Studienfinanzierung auch eine Studienförderung inhaltlicher Art. Im Rahmen des Guidance-Programms werden beispielsweise Seminare, Workshops und Vorträge organisiert.
Gefördert werden motivierte Studierende aller Fachbereiche, die durch akademische Leistungen sowie außeruniversitäres Engagement überzeugen. Höhe und Dauer der Förderung werden im konkreten Einzelfall festgelegt, die Grenze liegt bei 1.000 Euro monatlich. Einmalige höhere Zahlungen, etwa für Auslandsaufenthalte, können separat beantragt werden - allerdings ist die maximale Förderung auf 30.000 Euro und insgesamt 3 Jahre festgelegt. Die finanzielle Situation der Studierenden oder deren Eltern ist für eine etwaige Förderung nicht relevant, spezielle Sicherheiten sind ebensowenig erforderlich. Erhaltene Leistungen werden erst nach erfolgreichem Berufseinstieg als einkommensabhängige Rückzahlung fällig.
Bewerber durchlaufen ein mehrstufiges Onlineverfahren. Bewerbungen können das ganze Jahr hindurch eingereicht werden, eine Bewerbungsfrist gibt es nicht.
CareerConcept
Unter der Führung des Münchner Finanzdienstleisters CareerConcept werden Studenten mit überdurchschnittlichen Noten über diverse Bildungsfonds gefördert. Interessenten durchlaufen online ein mehrstufiges Aufnahmeverfahren. Ähnlich wie bei einem Stipendium ist die Förderung nicht rein finanziell, sondern bietet über Netzwerke und Firmenkontakte weitere Vorteile.
Die Studenten erhalten eine monatliche Förderung von bis zu 1.000 Euro, bei Auslandsaufenthalten oder einem MBA-Studium werden einmalig bis zu 5.000 Euro ausgezahlt. Außerdem können die Studiengebühren in vollem Umfang übernommen werden. Die maximale Förderung über die komplette Zeit beträgt in der Regel 30.000 Euro. BAföG und das Einkommen der Eltern spielen dabei keine Rolle. Die Rückzahlung erfolgt später nach individuell ausgehandelten Konditionen und abhängig vom Einkommen, so dass man bei geringem Verdienst weniger als die Förderungssumme zurückzahlen muss.
Festo Bildungsfonds
Ein Beispiel für einen Fonds, der über CareerConcept organisiert wird, ist der Festo Bildungsfonds. Hier werden gezielt technisch und ingenieurwissenschaftlich Studierende und Forschende gefördert. Der Fonds übernimmt die Studiengebühren und einen Beitrag zu den Lebenshaltungskosten von höchstens 800 Euro im Monat. Zudem kann man einmalig bis zu 5.000 Euro beantragen. Bei einer maximalen Finanzierungsdauer von 48 Monaten liegt so die Obergrenze bei 40.000 Euro Förderung. Die Rückzahlung ist abhängig vom Einkommen.
Deutsche Kreditbank
Ebenfalls über CareerConcept und über die UNIMALL GmbH organisiert, bietet die Deutsche Kreditbank (DKB) mit dem DKB Studenten-Bildungsfonds schon seit September 2004 ein Studentendarlehen an. Hier können Studenten monatlich bis zu 500 Euro erhalten. Zur Finanzierung von besonderen Belastungen wie Auslandsaufenthalten können Studenten einmalig den Betrag von 5.000 Euro in Anspruch nehmen.
Das Darlehen kann allerdings erst nach dem Vordiplom bzw. der Zwischenprüfung beantragt werden, beim Bachelor-Studium nach dem zweiten Fachsemester. Die Finanzierung gilt bis zum Ende der Regelstudienzeit plus zwei Semester. Die Rückzahlung des Kredits beginnt zwölf Monate nach Ende des Studiums. Der Zinssatz hängt von der individuellen Gestaltung des Kreditvertrags ab und liegt bei 5,0 Prozent p. a. Nominalverzinsung. Die Rückzahlung erfolgt bei diesem Modell verdienstunabhängig, allerdings müssen auch hier Qualitätsnachweise erbracht werden. Die Mindestnoten liegen zwischen 2,5 und 3,0. Weiterlesen: "Eine willkommene Alternative" - Interview mit Anja Hofmann, Deutsche Bildung
Datum: 3/08
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