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Made in Europe – Der europäische MBA holt auf

In der Krise haben die MBA-Macher Schelte einstecken müssen, aber der Titel hat nur wenig von seinem Glanz verloren. Immer noch dominieren die Elite-Schmieden aus Übersee, doch die Business Schools vom alten Kontinent treten langsam aus ihrem Schatten.

Europa holt auf: Die Bewerberzahlen an den europäischen Business Schools steigen (Bild: Perrush / Fotolia)
Europa holt auf: Die Bewerberzahlen an den europäischen Business Schools steigen (Bild: Perrush / Fotolia)

Skrupellosigkeit, Gier und eigennütziges Handeln. Vorwürfe, die sich Manager in Zeiten der Finanzkrise anhören mussten. Auch der Master of Business Administration (MBA) und die Business Schools sind in diesen Negativ-Strudel geraten. Schließlich waren es doch die amerikanischen Kaderschmieden, die Jahr für Jahr Hunderte Elite- Absolventen in die großen Bankhäuser entließen. Die amerikanischen Schulen haben aus dem Crash Konsequenzen gezogen. Ethik steht jetzt auf dem Stundenplan. Oder auch Nachhaltigkeit. Europa dagegen profitiert heute davon, diese Themen schon länger auf dem Stundenplan zu haben. Der Finanz-Crash hat ihnen nicht geschadet. Im Gegenteil. Bei allen Rankings stehen die London Business School, Insead und die IE Business School auf den vorderen Rängen.

Steigende Bewerberzahlen bei eurpäischen Business Schools

Das Negativ-Image des MBA entpuppte sich nur als Strohfeuer. Die Business Schools in Europa freuen sich über steigende Bewerberzahlen genauso wie in den USA und auch in Ländern, die früher nicht unbedingt mit einer qualitativ hochwertigen MBA-Ausbildung von sich Reden machten. Etwa in China oder Südamerika.
Was zeichnet die europäischen und deutschen Schulen aus im Vergleich zum MBA-Mutterland? „Sicher die Internationalität“, betont Arnis Vilks, Rektor der Handelshochschule Leipzig (HHL). Denn da sind die europäischen Business Schools traditionell ganz vorne mit dabei. Das belegt auch die Staufenbiel MBATrends-Studie 2010/11. In Deutschland sind 78 Prozent aller Programme international ausgerichtet. Bei drei Viertel aller Angebote ist ein Auslandsaufenthalt fester Bestandteil der Ausbildung, und internationale Fallstudien sind bei 68 Prozent aller Programme Teil des Unterrichts.

Hoher Anteil an internationalen Studenten bei deutschen MBA-Programmen

„Im Nachhinein betrachtet war es die Internationalität, die mir am besten an meinem MBA gefallen hat“, erinnert sich Ralf Jödicke. Der 34-jährige Senior Manager im Bereich Advisory bei KPMG hat vor drei Jahren seinen MBA an der European School of Management and Technology (ESMT) in Berlin gemacht. Ein Jahr lang studierte er gemeinsam mit 36 anderen Studenten Vollzeit. „Bei 37 Teilnehmern waren 20 Nationen vertreten.“ Damit liegt das Programm in puncto Internationalität über dem Durchschnitt. Die Anzahl internationaler Studenten bei deutschen MBA-Programmen ist traditionell höher als in den USA. Das belegt auch die Staufenbiel MBATrends-Studie 2010/11. Demnach liegt der Anteil in Deutschland bei 50 Prozent. Bei den europäischen Schulen insgesamt sind es sogar über 60 Prozent. Weiterlesen

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