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Interview mit Jörn Meissner - Fünf Fragen zum neuen GMAT

Wer einen MBA machen möchte, kommt kaum um den General Management Admission Test (GMAT) herum. Ab sofort gibt es den Stresstest für künftige Manager in geänderter Form. Was das bedeutet und was die nächste Generation des GMAT ausmacht, erklärt Experte Jörn Meissner im Interview.

Um den neuen GMAT zu knacken, müssen die Kandidaten noch länger trainieren. (Bild: iStock/Nicholas Monu)
Um den neuen GMAT zu knacken, müssen die Kandidaten noch länger trainieren. (Bild: iStock/Nicholas Monu)

Schon seit Generationen quälen sich künftige MBAs durch den GMAT. Warum wurde er jetzt überarbeitet?

Der Veranstalter des Tests ist der Graduate Management Admission Council (GMAC). Ihm gehören alle namhaften Business Schools an. Bei einer Befragung seiner Mitglieder im Jahr 2009 stellte sich heraus, dass die Schulen sich eine Weiterentwicklung des GMAT wünschten. Sie sollte vor allem die Fähigkeiten berücksichtigen, die MBAs heute mitbringen müssen: Evaluierung von Daten aus mehreren Quellen, Interpretation von Zusammenhängen und Schätzung von Wahrscheinlichkeiten. Als Reaktion auf diese Wünsche hat GMAC dann die neue „Integrated Reasoning Section“ kreiert.

Was ist daran neu?

Alles in allem sind die Änderungen moderat. Die Sektion „Analysis of an Issue“ wird durch das neue „Integrated Reasoning“ ersetzt. Die Länge des Tests, die quantitative und verbale Sektion sowie „Analysis of an Argument“ bleiben dabei unverändert. In der neuen Sektion erwarten die Teilnehmer vier Hauptaufgaben: Analyse von Tabellen, Interpretation von Graphen und von Sachverhalten mit mehreren Quellen sowie eine zweistufige Analyse.Ähnlich wie bisher bei der „Reading Comprehension“ müssen die Kandidaten zu einem Datenset mehrere Antworten geben. Das geschieht aber nicht in dem bekannten Multiple Choice Format mit fünf Antwortmöglichkeiten, sondern kann auch true/false Indikationen für mehrere Statements oder Variablen enthalten. Dabei wird zum Beispiel gefragt, ob diese Werte berechnet werden können oder zur Beantwortung der Frage benötigt werden. Insgesamt müssen die Kandidaten in der neuen Sektion zwölf Fragen in 30 Minuten beantworten.

Wer profitiert von den Änderungen?

In erster Linie die Business Schools. Denn die getesteten Fähigkeiten kommen denen, auf die es im MBA-Studium ankommt, schon sehr nahe. Bei den Testteilnehmern sind die im Vorteil, die komplexe Sachverhalte und Zusammenhänge leicht verstehen. Große Änderungen ergeben sich aber erst mal nicht. Denn der Score der „Integrated Reasoning Section“ wird separat ausgewiesen. Es dauert sicher noch, bis die Admissions Officer ihn tatsächlich in die Entscheidung einbeziehen.

Ist der Test dadurch denn jetzt schwieriger?

Einfacher sicher nicht. Denn es gibt jetzt ja eine Sektion mehr, die der Kandidat sich vorher ansehen muss. Bedingt durch die eher offene Struktur der Fragen, sind auch mehr Fragetypen möglich. Das bedeutet, dass die Testteilnehmer länger trainieren müssen.

Wie können die Teilnehmer sich am besten auf die Neuerungen vorbereiten?

Es gibt bis jetzt noch nicht viel Material über die neue Sektion. Übungsaufgaben enthält etwa die 13. Auflage des „Official Guide to GMAT Review“. Allerdings sollten Testteilnehmer beachten, dass der Schwierigkeitsgrad zwischen offizieller Literatur und tatsächlichem Test früher nicht immer gleich war. Sobald wir ein wenig Erfahrung mit der neuen Sektion gesammelt haben, bauen wir sie auch in unsere CAT-Tests (Computer Adaptive Tests) ein.

Datum: 06/12
Interview: Rebekka Baus

Zur Person

Joern Meissner (Bild: privat)

Jörn Meissner, PhD, ist Full Professor of Supply Chain Management & Pricing Strategy an der Kühne Logistics University in Hamburg und Gründer des GMAT-Kursanbieters Manhattan Review.

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