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Spiele-Entwicklung - Made in Germany

Die Branche für Videospiele brummt. Es fehlt jedoch an qualifizierten Fachkräften. Grund: Die Ausbildung zum Spiele-Entwickler ist teuer. Die HAW Hamburg führt nun den ersten Games-Master-Studiengang an einer öffentlichen Hochschule ein.

Die Deutschen wollen spielen. Spiele-Entwickler sind jedoch Mangelware. (Bild: CandyBoxPhoto/Fotolia)
Die Deutschen wollen spielen. Spiele-Entwickler sind jedoch Mangelware. (Bild: CandyBoxPhoto/Fotolia)

„Aktuell werden viele Entwickler aus England abgeworben, da wir hier nicht genug haben“, so Prof. Gunther Rehfeld der HAW Hamburg. Deutschland fehlt es an Spiele-Entwicklern. Allein in Hamburg gibt es mehr als 230 offene Stellen, bundesweit sind es etwa 2000 - Tendenz steigend. Studiengänge werden nur von privaten und teuren Hochschulen angeboten. Das kann sich nicht jeder leisten.

Die Deutschen wollen spielen

Fast ein Drittel der über 14-Jährigen in Deutschland daddeln regelmäßig. Das belegt die aktuelle Bitkom-Studie über Videospiele. Viele Spieler wollen auch viele Spiele. Ohne Entwickler im Land gestaltet sich das allerdings schwierig.

Master in „Games“ und „Visions“

Der neue dreisemestrige Master „Zeitabhängige Medien“ der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg kommt der deutschen Spiele-Branche nun zugute. Wer auf „Sound-Vision“ oder auf „Games“ spezialisiert ist, lernt, wie Ton und Bewegtbilder mit dem Faktor Zeit in Bezug gebracht werden. Das Designen und Programmieren von Games wird damit zu einer besonders anschaulichen Herausforderung.
Kritik, das Studium sei nicht wissenschaftlich genug, lehnt Prof. Gunther Rehfeld ab. „Dass ein Master-Studiengang das rein wissenschaftliche Interesse fördern soll, ist ein Irrglaube. Gerade der Master of Arts ist oft sehr praxisorientiert. Einige Teilnehmer sind Designer. Allein das beweist schon, dass da auch viel künstlerische Arbeit drinsteckt.“ Als erster Games-Studiengang an einer staatlichen Hochschule hat „Sound-Vision / Games“ mit 375 Euro einen eher üblichen Studiengebührensatz für Deutschland.

Voraussetzungen

Für den Studiengang können sich Bachelor- oder Diplomabsolventen in Design oder Informatik bewerben. Sie müssen für die Bewerbung eine Arbeitsprobe aus dem Gamesbereich und ein nachweisbares Praktikum in einer Spielefirma von mindestens 15 Wochen vorweisen. Schließlich muss der Bewerber eine Eingangsprüfung ablegen. Studienbeginn ist immer im Sommersemester.

Positive Bilanz

Im aktuellen Jahrgang studieren zwölf Teilnehmer in „Games“ und zwei in „Sound-Vision“. Damit ist die Kapazität von jeweils 20 Teilnehmern noch nicht ausgeschöpft. „Die Resonanz ist fürs Erste positiv, wenn auch verbesserungsfähig“, so Prof. Gunther Rehfeld. „Da ein großer Fachkräftemangel in der Branche besteht, gehen viele erst einmal direkt in die Industrie, um Geld zu verdienen.“ Der Spiele-Markt aber boomt und Prof. Gunther Rehfeld ist sich sicher: „Mit dem Games-Master in der Tasche haben unsere Absolventen gute Chancen.“

Autor: Susann Kobs
Datum: 11/10

 

Games-Master an der HAW Hamburg
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