Stipendien: Begabung macht sich bezahlt
Studiengebühren, Lehrbücher, Lebenshaltungskosten – ein Studium kostet neben Fleiß auch einen Haufen Geld. Aber wer bestimmte Voraussetzungen mitbringt, kann eine Finanzspritze der Begabtenförderungswerke ergattern.

- Finanzspritze für Talentierte: Stipendien der Begabtenförderungswerke. (Bild: Andreas Haertle / Fotolia.com)
„Küss mich, ich bin ein verzaubertes Stipendium“ – so wirbt das Bundesministerium für Bildung und Forschung regelmäßig mit Plakaten, Postkarten und Infobroschüren für ihre Begabtenförderung. Insgesamt zwölf vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Förderungsinstitutionen haben sich zur Arbeitsgemeinschaft der Begabtenförderungswerke in Deutschland zusammengeschlossen und vergeben Stipendien an besonders talentierte Studenten.
Wer fördert?
Zu den zwölf vom BMBF unterstützten Begabtenförderungswerken gehören etwa konfessionell geprägte Stiftungen wie das Evangelisches Studienwerk Haus Villigst, die Bischöfliche Studienförderung Cusanuswerk und das Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerk. Politisch, konfessionell und weltanschaulich unabhängig ist etwa die Studienstiftung des deutschen Volkes. Zu den parteinahen Stiftungen gehören die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, die Hanns-Seidel-Stiftung, die Heinrich-Böll-Stiftung, die Konrad-Adenauer-Stiftung und die Rosa-Luxemburg-Stiftung. Mit der Hans-Böckler-Stiftung des Deutschen Gewerkschaftsbundes und der Stiftung der Deutschen Wirtschaft gibt es außerdem zwei von Sozialpartnern getragene Einrichtungen.
So werden Stipendiaten unterstützt
Wer eines der begehrten Stipendien einheimst, erhält ein Grundstipendium von maximal 597 Euro im Monat – abhängig vom Einkommen der Eltern oder des Ehepartners und eigenen Einkünften. Zusätzlich gibt es ein Büchergeld in Höhe von 150 Euro im Monat.
Wer promoviert, bekommt monatlich 1050 Euro. Außerdem kann er eine Forschungskostenpauschale von 100 Euro erhalten. Neben der finanziellen Unterstützung gibt es aber auch noch eine ideelle: Die Stipendiaten werden von Mitarbeitern der Förderungswerke und Vertrauensdozenten an den Hochschule begleitet und beraten. Außerdem können sie sich auf Seminaren und Tagungen fächerunabhängig fortbilden.
Auslandsaufenthalte
Auch Stipendiaten, die ins Ausland gehen möchten, werden von den Begabtenförderungswerken unterstützt. Dabei werden nicht nur Studienaufenthalte und Studiengebühren an ausländischen Hochschulen finanziell bezuschusst, sondern auch Praktika, Famulaturen und Sprachkurse, die für das Studium sinnvoll sind.
Aber: Ein Auslandsstudium, das länger als zwölf Monate dauert, ist bei vielen Werken nicht gerne gesehen. Denn oftmals ist es ausdrücklich erwünscht, dass die Stipendiaten regelmäßig an Seminaren und Gruppenaktivitäten teilnehmen – und das könnten sie dann ja kaum noch bewerkstelligen.
Was man mitbringen muss
Wer sich für ein Stipendium bewirbt, durchläuft ein umfangreiches Auswahlverfahren. Und wer hier bestehen will, muss einiges mitbringen: Denn überdurchschnittliche Leistungen in Schule und Studium sind nicht die einzigen Kriterien, die Bewerber erfüllen müssen. Außerdem sollten sie sich gesellschaftlich engagieren, hoch motiviert sein und Verantwortung übernehmen wollen. Das kann von einem Engagement für den Umweltschutz bis zu der Betreuung von Jugendlichen oder einer Begleitung von Kirchenfreizeiten reichen. Außerdem kann man bei den parteinahen Stiftungen natürlich mit politischem Engagement punkten. Bei der Hans-Böckler-Stiftung kann etwa die Nähe zur Gewerkschaft ein Vorteil sein.
Auf den ersten Blick ganz schön viele Anforderungen - dennoch lohnt sich die Bewerbung. Denn laut Aussagen der Begabtenförderungswerke haben sich die Chancen auf ein Stipendium seit 2006 um fast 50 Prozent erhöht.
Weitere Infos zu den Stipendien der Begabtenförderunswerke unter www.stipendiumplus.de




