MBATrends-Studie 2011/12 (Teil 2)

Beliebte Beratung
Demgegenüber sind die Beratungsunternehmen noch weiter in der Gunst der MBA-Absolventen gestiegen. In der Staufenbiel MBATrends-Studie 2011/12 ist das Consulting mit 71 Prozent die beliebteste Einstiegsbranche für frischgebackene MBAs. Und das ist nicht verwunderlich, sind diese beiden Bereiche doch seit jeher eng verbunden. Nicht zuletzt, weil die Ausbildung zum Master of Business Administration stark beratungsorientiert ist und traditionell viele Consultingthemen behandelt.
Neben den klassischen Fallstudien hat die praktische Unternehmensberatung bei den meisten MBA-Anbietern inzwischen einen festen Platz in der Ausbildung. „Bei uns dauern die Beratungsprojekte zwischen acht und zwölf Wochen. Sie bringen die Studenten in Kontakt mit unterschiedlichsten Branchen und sind ein beliebtes Sprungbrett für die spätere Karriere“, sagt Anette Tronnier, Geschäftsführerin der Gisma Business School.
Die Unternehmen sehen den MBA-Abschluss besonders gerne, weil sie immer auf der Suche nach hoch qualifizierten Mitarbeitern mit internationaler Erfahrung sind. Vor allem der IT- und Telekommunikationssektor hat bei den MBA-Absolventen mächtig gewonnen. So rangiert der Suchmaschinenanbieter Google auf dem ersten Platz der beliebtesten Arbeitgeber und verdrängt McKinsey auf den immerhin respektablen zweiten Platz. Apple, Amazon, Microsoft und IBM finden sich ebenfalls auf den oberen Rängen. Auch die Staufenbiel MBATrends-Studie 2011/12 bestätigt diesen Trend: So steigen aktuell immerhin zwei Drittel der MBA-Absolventen in den IT-Sektor ein.
Markt mit Global Playern
Gründe dafür sieht Volker Ressel, MBA-Absolvent und Senior Projekt Manager im Bereich Emerging Technologies and Architecture bei IBM Deutschland vor allem darin, dass das IT-Umfeld eine viel wichtigere Rolle als noch vor zehn oder 20 Jahren spielt. Inzwischen gebe es kaum einen Bereich, der noch ohne IT auskomme. „Daher übt der Markt mit vielen großen Global Playern für MBA-Absolventen einen enormen Reiz aus. Außerdem ist der IT-Sektor so international ausgerichtet wie kaum eine andere Branche. Gerade die global ausgebildeten MBA-Absolventen werden davon sicherlich sehr angezogen“, meint Ressel, der seinen MBA parallel zu seiner Tätigkeit bei IBM an der Warwick University absolvierte. Hinzu komme, dass IT heute kein Selbstzweck mehr sei. „Die Branche ist immer auf der Suche nach Leuten, die über die rein technische Seite hinausblicken können und auch die wirtschaftliche Komponente verstehen“, sagt der 43-Jährige.
Health Care & Industrie
Auch Pharma und Health Care sind als MBA-Arbeitgeber beliebt. Das bestätigt Pia Maier, Projektmanagerin der Abteilung Gesundheitsmanagement bei Berlin-Chemie, die sich nach ihrem Magister in Politikwissenschaften für einen berufsbegleitenden MBA in Health Care Management an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin (HWR) entschied: „Nachdem mir viele Karriereschritte in den Schoß gefallen waren, habe ich mit der Entscheidung für den Gesundheitsbereich einen guten und richtigen Weg eingeschlagen. Jetzt arbeite ich in einem vielfältigen Bereich, der sich rasant entwickelt und mit dem jeder irgendwie zu tun hat.“
In vielen Industriezweigen, so vor allem im Bereich Automotive und in der Elektroindustrie arbeiten MBAs an der Schnittstelle zwischen Ingenieurwesen und Management. Hier fühlt sich auch Bernd Heid gut aufgehoben, der als McKinsey-Partner vor allem Automobilhersteller – von Nutzfahrzeugen bis Sportwagen – und Zulieferer rund um den Globus berät. „Der MBA hat es mir ermöglicht, meine technische Ausbildung um einen soliden kaufmännischen Hintergrund zu ergänzen. Im Herzen bin ich Maschinenbauer – der MBA hilft, mit einer echten Managementperspektive zwischen der Ingenieurs- und kaufmännischen Welt zu vermitteln“, so Heid. Der Blick auf die bevorzugten Einsatzbereiche von MBA-Absolventen zeigt, dass auch hier die Beratung ganz oben steht, gefolgt vom Marketing und dem Projektmanagement. Weitere wichtige Felder sind Unternehmensplanung und -entwicklung, sowie Finance und Vertrieb.
MBA-Gehälter
Nicht nur die Gebühren für ein MBA-Studium sind teilweise beträchtlich – auch der Return on Investment nach dem Abschluss ist häufig nicht zu verachten. Laut einer aktuellen Langzeitstudie der „Business Week“ habe die Absolventen der Top-Schulen im Schnitt 83 Prozent mehr verdient als vor dem MBA. In der Staufenbiel MBATrends-Studie 2011/12 haben die Schulen angegeben, wie viel ihre Studenten nach dem Abschluss verdienen. Spitzenreiter in Sachen Gehalt ist aktuell die Tuck School of Business at Dartmouth, deren Absolventen mit Bonus auf knapp 170.000 Dollar kommen. Im Vergleich liegen die Basisgehälter in Europa teilweise zwar höher als in den USA, allerdings werden meist weniger Boni gezahlt. Wie hoch das Gehalt nach dem Studium jedoch tatsächlich ausfällt, hängt natürlich auch von der eigenen Persönlichkeit und der individuellen Karriere ab. Dennoch: Der MBA auf der Visitenkarte hilft dabei, den Weg nach oben konsequent voranzutreiben und spannende Managementposten an der Schnittstelle zwischen Fach-und Wirtschaftswissen zu besetzen.
Datum: 10/11
Autorin: Rebekka Baus
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